Hier findest du wichtige Begriffe aus dem E-Book kompakt erklärt.

Spuggie [CC BY 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.5), GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia CommonsÄhnlich wie Springerstiefel ist die Bomberjacke lange Zeit ein typisches Erkennungsmerkmal von Neonazis gewesen. In den 1960-er Jahren wurde sie zu einem beliebten Symbol von Skinheads – einer Jugendkultur aus Großbritannien, deren Anhänger häufig mit rasiertem Kopf und Springerstiefeln auftraten. Die Bomberjacke verbreitete sich damit auch bei Skinheads, die eine rechtsextreme Meinung vertraten. In den 1990-er Jahren wurde sie unter deutschen Neonazis populär. Heute wird sie nur noch selten getragen. Ursprünglich war das Modell für Kampfpiloten der amerikanischen Luftwaffe entwickelt worden.

Bundesanwaltschaft

In einem Strafprozess gibt es eine Person, die die Anklage vertritt: den Staatsanwalt oder die Staatsanwältin. Staatsanwälte leiten die Polizei bei ihren Ermittlungen und tragen die Ergebnisse zusammen. Diese legen sie schließlich dem Gericht vor. Der oberste Staatsanwalt in Deutschland ist der Generalbundesanwalt. Seine Behörde heißt ebenfalls Generalbundesanwalt, wird jedoch häufig als Bundesanwaltschaft bezeichnet. Die StaatsanwältInnen, die dort arbeiten, kümmern sich um besonders schwere Straftaten wie Terrorismus. Auch im NSU-Prozess waren sie zuständig. Die Behörde hat ihren Sitz in Karlsruhe, doch die StaatsanwältInnen können vor jedem deutschen Gericht Anklage erheben.

Deutsche Demokratische Republik

Jwnabd https:/​/​commons.wikimedia.org/​wiki/​File%3AFlag_of_East_Germany.svgDie Deutsche Demokratische Republik, kurz DDR, war ein Staat, der von 1949 bis 1990 existierte. Er enstand durch die Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg und bestand aus den heutigen Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie Ost-Berlin. In der DDR herrschte eine strikte sozialistische Regierung, die aus nur einer Partei bestand und die sämtliche wirtschaftliche Produktion mit komplizierten Plänen zu regeln versuchte. Oft fehlten dadurch wichtige Dinge wie Lebensmittel in den Geschäften. Menschen, die sich gegen diese Verhältnisse aussprachen, wurden nicht selten zu Gefängnisstrafen verurteilt. Wer versuchte, über die Grenze aus dem Land zu fliehen, musste damit rechnen, erschossen zu werden. Durch eine friedliche Revolution fiel 1989 die Mauer, die Berlin in West und Ost teilte, und schließlich die gesamte Staatsgrenze – 1990 wurde die frühere DDR Teil der Bundesrepublik Deutschland.

Hakenkreuz

Fornax https:/​/​upload.wikimedia.org/​wikipedia/​commons/​9/​99/​Flag_of_German_Reich_%281935%E2%80%931945%29.svgDas Hakenkreuz, auch Swastika genannt, ist ein Symbol, das ursprünglich in verschiedenen Kulturen als Glückssymbol verbreitet war – teils bis heute. In der westlichen Welt steht es mittlerweile jedoch nur noch für die Bedeutung, die ihm Adolf Hitler verlieh – der sogenannte Führer des Deutschen Reichs, das von 1933 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 existierte: Es war Symbol des auf Hitler ausgerichteten Staats, in dem Minderheiten wie die Juden brutal verfolgt wurden. Daher ist es unter Neonazis heute weiter beliebt. Es öffentlich zu zeigen, etwa auf einer Fahne oder auf einem T-Shirt, ist jedoch verboten als „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“.

Judenstern

Daniel Ullrich https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c9/Judenstern_JMW.jpgIm September 1941 wurden alle Juden im nationalsozialistischen Deutschland verpflichtet, in der Öffentlichkeit einen gelben Stern mit der Aufschrift „Jude“ an der Kleidung zu tragen. Sinn der rassistischen Kennzeichnung war es, die Juden als sozial Aussätzige zu kennzeichnen, für die in Deutschland kein Platz sei. Damit diente der Stern auch als Vorbereitung des Transport von Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager. Im vom Deutschen Reich besetzten Polen mussten Juden den Stern schon ab September 1939 tragen.

Neonazis

Als Neonazis bezeichnet man Anhänger der rechtsextremistischen Ideologie, die sich an denselben Werten wie die Nationalsozialisten im Dritten Reich (1933 bis 1945) orientieren. Sie treten für eine Bevorzugung von Deutschen ein und lehnen fremde Menschen und Dinge weitgehend ab.

Rassismus

Beim Rassismus handelt es sich um eine nicht wissenschaftlich fundierte Theorie, bei der Menschen in verschiedene Rassen unterteilt werden (zum Beispiel „Weiße“, „Schwarze“). Dabei geht es vorwiegend nach der Hautfarbe, aber auch anderen Merkmalen, die angeblich für Menschen einer bestimmten Abstammung typisch sind. RassistInnen sind gegen die Vermischung dieser Gruppen. Zu den Folgen des Rassismus gehört, dass den Angehörigen einer angeblich minderwertigen „Rasse“ Nachteile entstehen – insbesondere, dass sie nicht die gleichen Rechte haben. Bei der Rassentrennung, die bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts in den USA existierte, mussten schwarze Kinder beispielsweise andere Schulen besuchen als weiße. Der Rassismus im Deutschland zur Zeit des Dritten Reichs richtete sich insbesondere gegen Juden, aber auch gegen die Volksgruppen der Sinti und Roma und andere. Heute heißt es in Artikel 3 des Grundgesetzes: „Niemand darf wegen (…) seiner Abstammung, seiner Rasse (…) benachteiligt oder bevorzugt werden.“

Rechtsextremismus

Rechtsextremismus ist eine Einstellung, die die Gleichheit aller Menschen in Frage stellt. Neonazis glauben, dass Menschen mit weißer Haut und arischer Abstammung mehr wert sind als andere und bezeichnen nur sie als „richtige Deutsche“. Viele von ihnen sehen in Juden und Muslimen eine Gefahr und wollen sie am liebsten aus Deutschland ausweisen, auch vor Gewalttaten schrecken sie nicht zurück. Sie folgen in der Regel der Ideologie des Rassismus.

Springerstiefel

Herr General~commonswiki https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3d/Martensy01.jpg

Springerstiefel sind hohe Stiefel aus Leder, die ursprünglich von Soldaten der Luftwaffe getragen wurden. In den 1960-er Jahren wurden sie zu einem beliebten Symbol von Skinheads – einer Jugendkultur aus Großbritannien, deren Anhänger häufig mit rasiertem Kopf und Bomberjacke auftraten. Springerstiefel verbreiteten sich damit auch bei Skinheads, die eine rechtsextreme Meinung vertraten. Auch bei deutschen Rechtsradikalen wurden sie, vor allem in den 1990-er Jahren, sehr populär. Heute sieht man sie weit seltener, als Erkennungszeichen für Neonazis taugen sie nicht mehr.

Terrorismus

Unter Terrorismus versteht man Straftaten, mit denen der oder die TäterInnen einen Staat und seine Bürger in Angst und Schrecken versetzen wollen. Diese Taten sind Ausdruck eines tiefsitzenden Hasses gegen den Staat. Sie sind also dadurch gekennzeichnet, dass die TäterInnen keinen persönlichen Vorteil erlangen wollen (etwa, indem sie sich durch Diebstahl bereichern). Manchmal dienen sie auch dazu, andere Ziele zu erreichen, die aber ebenfalls den Terroristen dienen – etwa die Freilassung von verbündeten Kämpfern. Mit Gewalttaten soll die Bevölkerung das Gefühl bekommen, sie sei nicht sicher und so eingeschüchtert werden. Ein besonders aufsehenerregender Anschlag waren die Terrorakte vom 11. September 2001 in den USA, bei denen Islamisten rund 3.000 Menschen töteten. Die Taten des NSU waren Akte des Rechtsterrorismus und zogen sich über sieben Jahre hin.

Untersuchungshaft

von User:Mattes [Public domain], vom Wikimedia CommonsWenn ein Mensch unter Verdacht steht, eine schwere Straftat begangen zu haben, wird er häufig in Untersuchungshaft genommen. Das bedeutet: Er kommt in ein Gefängnis, aber nicht als Strafe, sondern, damit er beispielsweise nicht flüchten und sich so einem Prozess entziehen kann. Andere Gründe für die Untersuchungshaft sind die Verdunkelungsgefahr (etwa, wenn der Verdächtige in Freiheit wahrscheinlich Zeugen einschüchtern oder Beweise vernichten würde) und die Wiederholungsgefahr (wenn zu erwarten ist, dass der Verdächtige gleich mehrere Straftaten derselben Art begeht). Beate Zschäpe war während des NSU-Prozesses im Gefängnis München-Stadelheim (hier abgebildet) inhaftiert.

V-Leute

Eine wichtige Quelle des Verfassungsschutzes sind V-Männer und V-Frauen. Das sind keine Mitarbeiter der Behörde, sondern Menschen, die selber als Extremisten gelten, also zum Beispiel Neonazis. Sogenannte Quellenführer treffen sich mit ihnen und fragen sie nach Informationen aus der rechtsextremen Szene: Wann steigt das nächste große Nazi-Konzert? Gibt es Diskussionen über Waffen? Verhält sich jemand auffällig? Dafür, dass die V-Leute Informationen an den Verfassungsschutz weitergeben, bekommen sie Geld. Natürlich kommen sie nur an Nachrichten aus der rechtsextremen Szene, wenn geheim bleibt, dass sie sich heimlich mit Vertretern der Behörde treffen. Darum gibt der Verfassungsschutz nicht bekannt, wer für ihn spioniert.

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